War das ein AfD-Eklat oder Realitätsverweigerung?

Kennen Sie den Film Apollo13 der mit Tom Hanks eindrucksvoll verfilmt wurde?

 

In dem Film geht es um eine der Nasa-Mond-Missionen, bei deren Verlauf es zu Problemen kam. In spannenden Bildern wird die Geschichte neu erzählt, wie die Eine oder Andere Gefahr zum beinahe massiven Scheitern der Mission führte und das Leben der Besatzung bedrohte.

 

Stellen Sie sich nun bitte diesen Film vor mit folgenden Abwandlungen:

 

1. Ein Satz wird wie folgt verändert: „Houston, wir haben kein Problem- alles ist in Ordnung.“

 

oder

 

2. „Houston, wir haben ein Problem“! „Nein, haben wir nicht- mach dir keine Sorgen, alles in Ordnung!“

 

Was wäre gewesen, wenn die Fehler und Schäden an der Rakete einfach ignoriert worden wären oder das Bodenpersonal nicht alles getan hätte, auch unkonventionelle Ideen gehabt- und Lösungen erarbeitet, um ihre Leute zu retten?

 

Wie würde der Film wohl ausgehen, wenn sich die Piloten einfach in die Sitze lümmeln würden um abzuwarten was passiert?

 

So kann man im übertragenen Sinne das Verhalten der SPD/ CDU/ PUG/ Linke/ Grüne gestern im Ausschuss für Migration und Integration sehen, an der ich gestern als Gast teilnahm.

 

Heute wird in den Zeitungen von einem Eklat, der durch den AfD-Mann verursacht wurde, gesprochen.

Völliger Unsinn!

 

Jedes der Ausschussmitglieder hatte minutenlang etwas dazu beizutragen, warum es mit der Integration in Wolfsburg hoffentlich (hoffentlich laut H. Kassel) geklappt hat und uns ganz Deutschland, ja quasi die ganze Welt um unser Integrationskonzept und die viele Arbeit, die hier geleistet wird, beneidet.

Ein kurzes Aufblitzen der Wirklichkeit auf Seiten der PUG als das Thema Türkeireferendum angesprochen wird und was es für unsere Integrationskonzepte bedeuten könnte (eine Frage, die zuvor in der Einwohnerfragestunde durch einen Bürger eingebracht wurde).

Dann aber schnell wieder zurück in den Nebel aus Wohlgefühl: „Dazu kann man keine Daten erheben (H. Kassel und Frau Cultus).

 

Ja, es war auch für mich als Gast schwer auszuhalten, was uns da gestern im Migrationsausschuss geboten wurde. Das die offensichtlichen Probleme bei der Integration vollkommen ausgeblendet wurden und im Falle von Herrn Garippo sogar an dem Integrationserfolg der italienischstämmigen Bevölkerungsgruppe fest gemacht wurde, obwohl diese ja gar nicht bezweifelt werden, nur um nicht über die wirklichen Probleme sprechen zu müssen, grenzte an Realitätsverweigerung. Herr Garippo konstatierte ebenfalls, die in Wolfsburg lebenden Türken wären nach dem Türkei-Referendum auch aus allen Wolken gefallen. Woher er dieses Wissen nimmt- ob er eine Befragung durchgeführt hat, oder alle 600 türkischstämmige Menschen in Wolfsburg und deren politische Einstellung persönlich kennt, blieb allerding offen.

Wahrscheinlich war hier eher der Wunsch Vater des Gedankens.

 

Es war wie gesagt auch für mich schwer auszuhalten, was sich da gestern abspielte.

Der Ausschussvorsitzende, unser Fraktionsmitglied Alexander Schlegel, konnte diese Schönfärberei zum Ende der Sitzung ebenfalls nicht mehr hinnehmen.

 

Doch weit kam er mit seinen Ausführungen nicht!

Man kann es nicht anders beschreiben: Es betrat die Wahrheit den Raum und die Lüge suchte das Weite!

Die Worte von Herrn Schlegel, dass Wolfsburg ein Islamisten-Nest wäre, braucht man wohl nicht extra untermauern. Jeder weiß, dass Wolfsburg und Hildesheim in Niedersachsen über eine seit Jahren stabile Anhängerschaft des Islamismus verfügen und sind damit ja auch bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Erst kürzlich fand in der Innenstadt eine Koran-Verteilaktion statt, gegen die sich die Stadt lange erfolglos gewehrt hatte.

Dennoch waren diese Sätze, die herleiten sollten, dass eben doch nicht immer alles so super bei dem Thema Integration ist, schon zu viel für die Anwesenden der anderen Parteien.

Getreu den „drei Affen“, die nichts sehen, nichts sagen und vor allem nichts hören wollen, verließen diese erbost den Raum und sprengten so die Sitzung.

Anders herum Herr Schlegel, der seinerseits ruhig die anderen Fraktionen anhöre und eben nicht den Saal verließ.

 

Den Anlass, die Sitzung zu sprengen nahmen die Ratskollegen von SPD, CDU und PUG wohl nur allzu gerne, dankend an:

Herr Schlegel hatte es nämlich versäumt, wie üblich und von der Geschäftsordnung vorgesehen, den Vorsitz des Gremiums abzugeben, bevor er sich persönlich zum Thema einließ.

Ein Fehler, der Politik-Neulingen schon mal unterlaufen kann, wenn auch nicht sollte.

 

Allerdings konnte man aus der Reaktion der SPD/ CDU/ PU auch hier etwas ablesen: Das Verlassen des Raumes ging so schnell, so einhellig, dass man das Gefühl bekam, das man auf diese Vorlage schon lange gewartet- und sich entsprechend vorbereitet hatte. Wie einstudiert wirkte diese „Flucht vor der Realität“.

Nun kennen wir also die Taktik der anderen Parteien: Auf einen formalen Fehler oder einen Fehler bezüglich der Geschäftsordnung warten, dann den Saal verlassen, das angeblich unsägliche Verhalten des Vorsitzenden als Grund benennen und damit Alexander Schlegel als Ausschussvorsitzenden zu diskreditieren. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass dieser irgendwann einbricht.

 

Meine Herren: Das ist doch allzu durchschaubar!

 

Sie haben keine zwei Sätze ausgehalten, einer anderen Sichtweise zuzuhören. Sie konnten der Wahrheit nicht 2 Sätze beiwohnen, ohne den Raum zu verlassen und Sie spielen in diesem Ausschuss ihr taktisches Spiel. In geradezu lächerlicher Weise auch noch zu versuchen, es so hin zu stellen, wie Herr Kassel dies tut- nämlich der AfD zu unterstellen, Sie hätte den Eklat bewusst so inszeniert um den Ausschuss zum Abbruch zu bringen, ist da noch das Sahnehäubchen.

 

Die AfD steht weiter fest zu Herrn Schlegel, der- selber Migrant- schon zwei Mal in seinem Leben sein Land verlassen musste, um sich eine neue Heimat aufzubauen und sich in geradezu vorbildlicher Weise in unsere Gesellschaft integriert hat.

Die AfD bleibt dabei, dass Sie massive Probleme bei der Integration sieht.

Die Altparteien haben seit mindestens 40 Jahren Scheuklappen vor den Augen und wollen ganz aktuell keine Probleme erkennen. Nach dutzenden von Anschlägen und Vorfällen in ganz Deutschland, nach den Ergebnissen des Türkei-Referendums hält man an seinem Wolkenkuckucksheim fest und versichert sich gegenseitig, gute Arbeit geleistet zu haben.

 

Natürlich darf man in dem Migrationsausschuss ansprechen, dass Wolfsburg offensichtlich ein Islamisten-Problem hat. Natürlich muss man die Frage stellen, ob unser Integrationskonzept gescheitert ist, wen zwei Drittel der in Deutschland lebenden Türken beim Referendum den Kurs von Herrn Erdogan unterstützt.

Dass die anderen Parteien dabei den Saal verlassen, ist bedauerlich, zeigt aber deren Verständnis der Situation besser, als es die AfD-Fraktion hätte herausstellen können.

 

Alexander Schlegel sagte gestern: „Houston, wir HABEN ein Problem!“

Niemand von der Bodenkontrolle wollte es hören.

Sie haben selber längst jeden Bodenkontakt verloren.

Wer so eine Mannschaft im Kontrollraum hat, der darf nicht auf hilfreiche Ideen zur Rettung hoffen.

Tom Hanks würde heute noch hilflos durch den Weltraum treiben während alle beteuern, „dies ist nur ein Einzelfall, alles ist gut!“

 

 

Thomas Schlick

 

Vorsitzender AfD-Fraktion im Stadtrat Wolfsburg

 

Wolfsburg, 28.04.2017

 

 

Links zu den Artikeln in den Wolfsburger Medien:

 

http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Stadt-Wolfsburg/AfD-Mann-verursacht-Eklat-im-Wolfsburger-Rathaus

 

http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article210387143/AfD-Politiker-bezeichnet-Wolfsburg-als-Islamisten-Nest.html