Kommentar von Paul Hampel zur VW-Abgasaffäre:

Hören Sie etwas ? Nein ? Ich auch nicht. Riechen Sie etwas? Ja? Ich auch!

Ich rieche, daß uns da gerade ein ungeheures Hollywood-Schmierentheater vorgespielt wird, das nichts Geringeres zum Ziele hat als die Zerschlagung des zweitgrößten Automobilherstellers der Welt. Denn würde der Volkswagenkonzern in allen, jetzt durch die US-Justizministerin vorgebrachten Punkten schuldig gesprochen werden, müßten die Wolfsburger sage und schreibe 90 Milliarden US-Dollar an Strafen und Schadensersatzleistungen hinblättern. Schlimmer noch als diese völlig absurden Forderungen ist allerdings, daß eines der größten, erfolgreichsten und innovativsten deutschen Unternehmen in diesem Handelskrieg von den eigenen Regierungen (Bund und Land Niedersachsen) völlig allein gelassen wird.

 

Worum es geht, wissen Sie längst. VW-America hatte bei der Zulassung seiner Dieselfahrzeuge in den USA bei der Messung der Abgaswerte durch einen Trick des Bordcomputers geschummelt. Den weltbesten Ingenieuren des Automobilgiganten war es zuvor unmöglich gewesen, die von den US-Behörden geforderten (fast) Nullemissionen für Dieselmotoren zu erfüllen. Nur böswillige Geister sahen schon damals die amerikanische Konkurrenz am Werke, weil es weder GM, noch Ford oder gar Chrysler gelungen war, neben den 20-30 Liter Superbenzin fressenden SUV´s einen spritarmen Diesel zu bauen. Hinzu kam, daß man in Detroit und anderswo in der Neuen Welt erleben mußte, daß der verbrauchsgeringe Dieselmotor in Europa seit zwanzig Jahren auf dem Vormarsch ist und inzwischen 50% des europäischen Automarktes ausmacht. VW hätte also, bei einem geradezu marginalen Marktanteil von Dieselfahrzeugen in den USA (2-3%) mit seinem "Clean Diesel" langfristig große Verkaufserfolge einfahren können. Das ist der Hintergrund, liebe Leser, der mit Umwelt- und Klimabewußtsein nichts zu tun hat.

 

Nur zum Vergleich. Nachdem wegen eines defektes Zündschloßes (Wegfahrsperre rastete während der Fahrt ein) über 120 Amerikaner tödlich verunglückt waren (über 1000 Verletzte), versuchte der Konzern GM fast zehn Jahre lang, seine Verantwortung zu leugnen. Schlußendlich wurde er zu einer Vergleichszahlung von 900 Mio Dollar verurteilt, nachdem festgestellt worden war, daß bei über 15 Mio Fahrzeugen entweder die Zündschlösser, die Airbags oder die Elektronik defekt war und GM die Autos in die Werkstatt rufen mußte. Die Strafzahlung war die bisher höchste, die gegen einen Autokonzern verhängt wurde. Selbst wenn Volkswagen schlußendlich "nur" ca. 18 Mrd Dollar zahlen müßte, steht dies in keiner Relation zu den Vorfällen bei GM. Denn an lächerlich erhöhten Abgaswerten (wir reden selbst bei der dreißigfachen Überschreitung von Gesamtbelastungen im 1% Bereich) ist weder in den USA noch im dieselstarken Europa je ein Mensch gestorben.

 

Daß Barack Obama und seine Justizministerin Loretta Lynch (der Name ist Programm) nicht gewillt sind, in dieser Komödie einzuschreiten, mag traurig genug sein. Daß weder die Bundeskanzlerin noch Niedersachsens Ministerpräsdidentchen Weil (Anteil seines Landes an VW 20,2 %) auf die politischen Barrikaden gehen, ist der eigentliche Anlaß zur Empörung. Nach Commerz- und Deutscher Bank ist Volkswagen nun das dritte deutsche Großunternehmen, daß durch Höchstzahlungen an die amerikanische Justiz wirtschaftlich nachhaltig geschädigt werden soll. Es wäre an der Zeit, Frau Merkel, ihrem Freund Barack durch ein Aussetzen der TTIP-Verhandlungen zu zeigen, daß Deutschland nicht ganz so zahnlos dasteht. Auch könnte man gern mal die amerikanischen Exporterfolge der Maschinenhersteller John Deer und Caterpillar abgasmäßig unter die Lupe nehmen. Den Aufschrei könnten Sie bis nach Berlin hören.

 

Niedersachsens Ministerpräsident Weil hat sich in der VW-Affäre vollends zum Trottel gemacht. Statt die begleitende Melodie zum US-Meldodram "Zerschlagt Volkswagen" zu pfeifen, hätte er sich vor den norddeutschen Primus stellen müßen. Die angedachten Arbeitsplatzverluste bei VW von 100 000 Stellen gehen deshalb auch auf sein Konto. Die Verantwortung kann er sich höchstens mit der Gewerkschaft teilen. Kein Wort des beim VW-Konzern so einflußreichen DGB zum amerikanischen Schurkenstück. Ihren von Prostituiertenskandalen gebeutelten Arbeitnehmervertretern scheinen satte Betriebsratsbezüge wichtiger zu sein als Arbeitsplätze.

 

Paul Hampel

 

Vorsitzender des AfD Landesverbandes Niedersachsen

 

In seiner Pressemitteilung stellte sich der AfD Landesvorsitzende von Niedersachsen, Armin-Paul Hampel schon Ende 2015 hinter den VW-Konzern und seine Mitarbeiter. Die damalige Presseerklärung hier im Wortlaut:

 

Paul Hampel: Merkel und Weil geben VW zum Abschuss frei –
hunderttausende Arbeitsplätze gefährdet


Die Kriegserklärung der USA gegen die Dieseltechnologie im letzten Jahr hatten die
Volkswagenmanager in ihrem US-Werk gar nicht mitbekommen. Glaubte man
damals doch naiverweise, die amerikanische Aufsichtsbehörde kritisiere die
Erfassung von Abgasmesswerten bei Kraftfahrzeugen allgemein und wolle diese nun
bei allen Herstellern unter die Lupe nehmen und eventuell verschärfen.
Dementsprechend reagierte bei VW weder die Führungsebene in den USA noch in
Wolfsburg. Das in diesen Tagen folgende Desaster hat den Autogiganten deshalb
kalt erwischt.
Hintergrund der Anti-VW-Kampagne ist der Siegeszug der Dieseltechnologie der
letzten Jahrzehnte in Europa. Im PKW-Bereich hat sich der Dieselanteil allein in
Deutschland auf über 50% in 2013 gesteigert. Tendenz zunehmend. Die
langlebigen Motoren, der geringere Spritpreis (trotz Steuerzuschlags) und die
erhebliche Leistungssteigerung haben den ehemaligen Bauern - Rolls Royce zum
Edelantrieb werden lassen. Mit dem Passat CleanDiesel wollte Volkswagen deshalb
den Erfolgsmotor auch in den USA etablieren. Denn bis jetzt ist der Marktanteil des
Diesels mit max. 3% in Nordamerika gering. Bei General Motors, Ford und Chrysler
schrillten die Alarmglocken. Die heimischen Kontrollbehörden mussten ran und
leisteten mit dem jetzigen Ermittlungsverfahren gegen Volkswagen ganze Arbeit.
Wie gezielt der deutsche Autobauer auf’s Korn genommen wurde, zeigen die
angedrohten exorbitanten Strafzahlungen in Höhe von bis zu 18 Mrd. Dollar. Zum
Vergleich: Nachdem 174 amerikanische Autofahrer durch ein defektes Zündschloss
tödlich verunglückt waren, wurde der US-Konzern General Motors zu einer
Strafzahlung von 900 Mio. $ verurteilt. Damals eine Rekordsumme. Was sind diese
Todesopfer gegen eine Abgasüberschreitung?
In Berlin wie in Hannover kennt man die Hintergründe längst. Auch weiß man dort,
dass alle Hersteller ihre Messwerte optimiert haben. Nicht zuletzt, um eine
durchaus realistische Durchschnittsbelastung an Stickoxyden zu ermitteln. Doch
kein Wort der Kanzlerin, kein Wort des niedersächsischen Regierungschefs Weil.
Anstatt sich vor VW und seine 600.000 Mitarbeiter zu stellen, fiel die deutsche
Bundes- wie die niedersächsische Landesregierung in das amerikanische Klagelied
mit ein. Kommentarlos nimmt man hin, dass der Konzern für eine Lappalie mit bis
zu 60 Mrd. Euro belastet und damit an den Rand des Ruins gebracht wird. Wo sind
die Gewerkschaftsvertreter von VW, die sonst zu jedem Thema etwas zu sagen
haben. Wer stellt sich vor die Belegschaft des Konzerns. Das unbeteiligte
Chorknabengesicht des nichtstuenden Provinzlers Weil (immerhin zu 20%
Mitinhaber von VW) mag eine Sache sein, die Sprachlosigkeit Merkels ist ein
Skandal, der nur noch durch ihr unseliges Wirken in der Asylkrise übertroffen wird.
Berlin und Hannover müssen jetzt handeln. Nach der Deutschen- und der
Commerzbank ist mit Volkswagen die nächste Säule der deutschen Wirtschaft durch
US-Manipiulationen stark beschädigt worden. Wie lange will man sich dies noch in
Berlin anschauen. Wohlgemerkt - natürlich müssen die nationalen
Aufsichtsbehörden ihren Job machen, Missstände aufdecken und abstellen. Wenn
allerdings nur die deutschen Verursacher zu solch gigantischen Strafen verurteilt
werden, dann zeigt dies die eigentliche Stoßrichtung und Absicht. Wer sich dann
nach erfolgreichem Abschluss der TTIP-Verhandlungen in solche Hände begibt, der
sei nur noch Gottes Gnade anbefohlen. Von den irdischen Kräften à la Mutti oder
Weil ist keine Hilfe zu erwarten.