Alternative Mitte oder Björn Höcke?

Alternative Mitte- ein Gegenpool zu Björn Höcke?

 

Meinung dazu von Thomas Schlick

Wolfsburg, 01.08.2017

 

Für alle, die noch nichts davon gehört haben:

Die Alternative Mitte ist kein Organ der AfD und somit nur eine Interessengemeinschaft einzelner Mitglieder, die allen offen steht. Die Initiative ging von Mitgliedern der Bayern-AfD aus (so steht es jedenfalls auf folgender Homepage: http://alternative-mitte.de/),  wohl federführend von Herrn Driesang.

In Niedersachsen sind mir persönlich keine Mitglieder bekannt, die sich dieser Interessengemeinschaft bisher angeschlossen hätten.

 

Meine Einschätzung?

Nun, ob diese Mitglieder nun besonders liberal oder konservativ oder sozial eingestellt sind, kann man derzeit noch gar nicht sagen. Ob diese Interessengemeinschaft ein Gegenpool zu Positionen von Herrn Höcke ist, scheint zwar beabsichtigt, aber ich persönlich zweifle das doch sehr an!

Schließlich hat Herr Höcke in seinen Reden sehr oft exakt die Position der AfD wieder gegeben, wenn auch in einem manchmal aggressivem Ton.

Extrempositionen, die nicht vereinbar wären mit dem Programm der AfD kann ich persönlich bei Herrn Höcke allerdings nicht erkennen.

Letzten Endes wird dies aber das Bundesschiedsgericht zu klären haben.

Wir hatten erst vor kurzem einen Bundesparteitag, auf dem wir unser Partei-Grundsatzprogramm beschlossen haben, sowie einen Parteitag, auf dem wir in Köln unser Wahlprogramm beschlossen haben.

Diese Programme geben die inhaltliche Ausrichtung der Partei vor, denn dies sind die Positionen, auf die sich die Mitglieder geeinigt haben, und die beschlossen wurden.

Wir hatten als Partei in der Vergangenheit meiner Meinung nach genug Flügelkämpfe und haben diese Positionen teilweise hart ausgefochten.

Darum denke ich, dass genau diese Positionen nun jene sind, unter denen sich die Mitglieder der AfD sammeln können um endlich gemeinsam für deren Umsetzung zu kämpfen!

In diesem Gemeinsam hat meiner Meinung nach auch ein Herr Höcke Platz, aber wie gesagt, das wird das Schiedsgericht letztendlich entscheiden müssen.

Ich denke, wenn man die Positionen Höckes mit denen des Grundsatzprogrammes und des Wahlprogrammes vergleicht, dann liegt Herr Höcke mit seinen Reden durchaus meist richtig.

Ich kann verstehen, dass seine Art, diese Positionen vorzutragen, den Einen oder Anderen vielleicht aufgeschreckt hat.

Ich selber habe bereits dazu Stellung bezogen (Link: https://www.afd-kreis-wolfsburg.de/interview-zu-höcke/).

Wenn es aber letztlich an der aggressiven Sprache liegt und nicht so sehr an den eigentlichen Positionen, dann frage ich mich, wie also ein Gegenpool zu Höckes Meinung aussehen sollte, den die Gruppe Alternative Mitte vertreten will?

Wird Sie letztlich Sprachvorgaben machen und Kreide fressen?

Die gerade erst beschlossenen Positionen mittragen, aber sie galanter aussprechen?

Ich denke also, diese Vereinigung ist unnötig und wärmt einen Kampf um Deutungen wieder auf, der längst entschieden ist!

 

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass die öffentliche Kritik an Herrn Höcke bei Ihm auch angekommen ist und er sich dies zu Herzen genommen hat. In letzter Zeit habe zumindest ich oft sehr sachliche und konstruktive Dinge von Herrn Höcke vernommen und ansonsten mehr Mäßigung, was ich insgesamt schon begrüße.

Insofern sehe ich das Problem in Zukunft auch nicht mehr.

Man muss sich andererseits natürlich fragen, wie wichtig einem ein echter Politikwechsel in Deutschland ist und wie wichtig einem sprachliche Vorgaben sind.

Vielleicht ist man eine klare Sprache und feste Positionen ja mitunter gar nicht mehr gewöhnt, weil in der Politik oftmals alles sehr weichgespült wird?

Ob wir in Deutschland uns diesen Luxus allerdings noch lange leisten können, um niemanden aufzuschrecken, das wage ich schon zu bezweifeln!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Thomas Schlick